Freitag, 30. Januar 2015

wohnen: ihr zimmer


In den letzten Wochen habe ich das Gefühl, sind die Kinder ein ordentliches Stück gewachsen und haben Entwicklungsschritte gemacht, die irgendwie "über Nacht" spür- und sichtbar wurden. Beim Anschauen der Fotoalben der letzten Jahre mit den Kindern wurde mir das so richtig bewusst - und erscheint mir fast wie ein kleines Wunder, dass jedes der vier ein so ganz besonderes Persönchen ist mit Ecken und Kanten und vor allem ganz viel Liebe. So wie unsere Älteste. Sie hat ganz starke Vorstellungen davon, was sie möchte und was nicht. Natürlich ist sie immer wieder unsicher, aber im Großen und Ganzen ein ziemlich selbstbewusstes Kind, das - wenn es drauf ankommt - auch mal erste Schritte unternimmt, Fragen stellt oder jemanden verteidigt. Der Wunsch nach einem neuen Zimmer oben am Dachboden hat lange angehalten. Viel Geduld und Zeit hat es gebraucht, bis es soweit ist - und jetzt hat sie ihr neues Zimmer. 


Ein kleiner Raum in der Dachschräge mit ganz vielen Dingen, die unsere Große sich gewünscht hat. Manches muss noch fertig gestellt werden, aber im Großen und Ganzen ist es fertig, ihr kleines Reich. Und es trägt ihre Handschrift sozusagen. Sie hat mitgeholfen, Dinge ausgewählt und selbst eingeräumt.






Mit selbst ausgesuchten Möbeln (ein kunterbuntes Sammelsurium, dacht ich zuerst - aber jetzt habe ich das Gefühl. Ja, das passt - zu unserem Mädchen!), einem "echten" Wecker, Bildern an der Wand und natürlich vielen Pferden. Mit Platz für ihre Steine auf einem Regal, das sich im Raum einfach ergeben hat und vor allem - ganz wichtig - einem Sofa (selbst ausgesucht im Möbelgeschäft). Zum Lesen, Herumliegen, mit ihren Freundinnen schäkern und genießen. Und Platz für ihren größten Schatz, einen echten Cowboyhut. Es gibt in der Schräge einen kleinen Bereich zum Lagern von Spielsachen, aber auch zum Spielen - eine kleine Höhle (mit Fenster) sozusagen. Der Schreibtisch mit den Schulsachen steht hier und es gibt Platz für die kleinen und großen Schätze unserer Ältesten - ein kleiner sicherer Bereich, in den ihre kleinen Geschwister nicht so ohneweiteres gehen. Das ist vielleicht sogar das Wichtigste für unser Mädchen: dass es ihr Zimmer ist. Je älter die Kinder werden, umso wichtiger scheint so ein Rückzugsbereich zu werden. Die Zwillinge melden jetzt auch schon den Wunsch an, dass jeder ein eigenes Zimmer bekommt ;-)





Samstag, 24. Januar 2015

sonntagsfreude


Dieser Woche habe ich mit einem mulmigen Gefühl entgegen gesehen. Wir hatten einen Termin in der Sehschule des Krankenhauses, in das wir wechseln mussten, weil das ursprüngliche Krankenhaus, in dem wir in Behandlung waren, diese (etwas komplexere) Art des Schielens unseres Mädchens nicht operieren hätte können. Wir haben nun eine sehr gründliche Untersuchung mit einem unglaublich konzentrierten und begeistert mitmachenden Kind hinter uns, mittlerweile eine neue Brille und den voraussichtlichen Operationszeitpunkt im Hinterkopf. Wir haben noch Zeit, Untersuchungen dazwischen und wer weiß, ob nicht die neue Brille auch etliche Reparaturen mitmachen wird müssen - aber trotzdem: Sonntagsfreude. Weil der Weg sich stimmig anfühlt, wir als Eltern ernst genommen werden und vor allem: unser Mädchen. Wer hätte sich das damals gedacht, dass das Thema Brille einmal mit so viel Freude besetzt sein würde? Das Büchlein von Leo, der eine feuerrote Brille hat übrigens liebt unser kleines Mädchen - auch wenn ihre Brille ganz bewusst grün ist. Ihrer Lieblingsfarbe im Moment :-)



Mittwoch, 21. Januar 2015

bildung: lesen


Unser Weg mit Schule zu Hause war nie so geplant. Es war einfach auf einmal die Notwendigkeit da, einen neuen und anderen Weg als den geplanten und normalerweise üblichen Weg zu suchen. In der letzten Zeit erreichen mich viele mails, die der Frage nachgehen, wie man häuslichen Unterricht bzw. Schule zu Hause vorbereiten kann. Aber - ganz ehrlich: wir haben da nichts vorbereitet, einfach weil es nicht so geplant war. Und im Blick auf die jüngeren Geschwister unserer Schülerin machen wir - denke ich - auch nichts anders als bei unserer Großen damals. Denn welchen Weg in Sachen Schule sie einmal gehen werden, kann ich zum heutigen Zeitpunkt nicht sagen - wer weiß, was in drei Jahren ist. Trotzdem möchte ich nach und nach immer mal wieder etwas hier am Blog sammeln von dem, was mir wichtig erscheint. Immer. Egal, welchen Weg man ins Auge fasst für die Schule oder welcher Pädagogik man nahe steht. Es sind meine Gedanken. Aus dem Blick einer ehemaligen Grund- und Sonderschullehrerin, aber vor allem wohl aus dem Blickwinkel einer Mama, die auf der Suche nach guten Dingen für ihre Kinder ist. 


Diskussionen im Bildungsbereich haben sehr oft mit dem Thema Lesen zu tun. Noch mehr vielleicht mit der Frage danach, ob Menschen das auch verstehen, was sie lesen. Als Lehrerin war es mir wichtig, dass Kinder genau das erleben durften: zu verstehen, was sie lasen. Sicherheit im Lesen gewinnen und vor allem Freude daran haben. Und dieser Gedanke begleitete mich ganz besonders natürlich bei den eigenen Kindern. Schon während der Schwangerschaft mit unserer ältesten Tochter freute ich mich darauf, ihr Geschichten vorlesen zu können oder Bilderbücher mit ihr zu entdecken.  Und das haben wir auch gemacht. Zuerst knabberte sie am liebsten an den kleinen Büchlein, später betrachtete sie die Bilder und irgendwann benannte sie auch so manches Ding, das sie in den Büchern sah. Das Geschichtenvorlesen kam erst nach und nach. Zuerst waren es einzelne Sätze, dann auch mal ganze (Bilderbuch)-Seiten... je nachdem, wie schnell sie selber weiterblättern wollte. Aber mit der Zeit wurde es zu einem Ritual beim Schlafengehen, dass es noch eine Geschichte gab. Sie konnte das Buch selbst wählen und wir betrachteten gemeinsam, sprachen über die Bilder in den Büchern oder lasen vor - ob Mama oder Papa das machte, war für sie nicht so wichtig, nur dass gelesen wurde (in je der Sprache, die eben Mamas oder Papas Muttersprache ist). Das ist etwas, das bei den kleinen Geschwistern mittlerweile ganz ähnlich ist - mit dem Unterschied, dass auch mal die älteste Schwester vorliest - nicht nur Mama oder Papa. Und es ist ihnen wichtig, dass es Bilder gibt, die sie während dem Zuhören betrachten können. 


Bücher sind irgendwie selbstverständlich für uns. Wir haben einen offenen Bereich im oberen Stock, wo die Schlafzimmer sind - und diesen haben wir als unsere Bibliothek (ein bisschen habe ich hier von ihr erzählt) gestaltet. All unsere Bücher finden hier Platz. Und auch jene der Kinder. Unsere Älteste hat ein paar Bücher, die wirklich nur ihr gehören und in ihrem Zimmer sind - aber alle anderen Bücher finden sich eben hier. Es gibt ein Regal für die Kleinkindbücher, ein etwa halb so langes für die Bilderbücher und dann gibt es noch ein solches für Kinderbücher mit wenigen Bildern und viel Text (die meisten sind noch aus meinen Kindertagen). Die Kinder können sich jederzeit Bücher nehmen. Manchmal missbrauchen sie sie auch, um Straßen zu bauen oder Türme - aber meistens blättern sie in ihnen *zwinker*. Das ist für mich wichtig: dass die Bücher einfach da sind. Sie müssen nicht extra erst gesucht werden, sondern gehören einfach dazu. Die Kinder können selbstständig mit ihnen umgehen - wissen aber genau, dass unsere (also Mamas und Papas) Bücher nur mit besonderer Erlaubnis genommen werden dürfen. Für mich ist das das Wichtigste am Lesen: Dass es Bücher gibt, dass sie selbstständig "genutzt" werden können und ja - dass es Menschen gibt, die sich Zeit nehmen, um vorzulesen oder gemeinsam anzuschauen - oder sich erzählen zu lassen, was da wohl passiert sein könnte (bei Wimmelbüchern zum Beispiel ist das immer wieder faszinierend, welche Geschichten sich Kinder einfallen lassen)


Welche Bücher? Vor einiger Zeit hätte ich gesagt: das spielt keine Rolle. Aber mittlerweile denke ich, dass es wichtig ist, gute Bücher auszuwählen. Welche nun wirklich gut sind, ist schwer zu beurteilen. Für mich ist es wichtig, dass die Bilder ansprechend sind. Für das Kind! Bei meinen Kindern sind das vertraute Bilder mit bunten Farben und Motiven, die sie gut erkennen können - so erwachen die Bilder sozusagen zum Leben (im Gegensatz zu abstrakten, eher farblosen Bildern - solche Bilderbücher werden zwar oft mit Preisen ausgezeichnet, interessieren meine Kinder aber einfach nicht). Es ist schön, wenn mit der Sprache gespielt wird (und nicht jeder Satz mit "Und dann..." beginnt) - wenn verschiedene Worte und Wortarten gebraucht werden und man mitten ins Geschehen hineingenommen wird: das können Geschichten von Manuel und Didi genauso sein wie Der kleine Gärtner oder auch Wissen Vom Leben in der Erde. Es macht Freude weiterzublättern, wenn Bilder neugierig machen (im Alter meiner jüngeren Kinder) und es tut gut beim Selberlesen (bei unserer Schülerin), wenn es nicht zu viel Text gibt und die Sätze nicht zu lang sind. Es ist sicher bei jedem Kind (und Erwachsenen!) anders, welche Vorlieben es beim Lesen gibt. So mag ich Bilder- un dKinderbücher fast noch lieber als "Erwachsenenbücher" - obwohl ich die 30 schon überschritten habe ;-)

 Freude an Büchern, das ist wichtig, denke ich - und tut nicht nur Kindern gut. Das Bilderbuch Wenn die Ziege schwimmen lernt ist für mich immer wieder gut zu lesen: weil es zeigt, dass nicht jedes Kind gleich ist - und dass Einzigartigkeit wichtig ist. Auch beim Lesen. 



P.S. Nach Buchtipps werde ich auch oft gefragt: hier habe ich ein bisschen was gesammelt (und bin dabei zu ergänzen). Ansonsten kann ich papillonis liest empfehlen, vor allem auch, wenn man mit dem Gedanken von Schule zu Hause spielt.

P.P.S. Unsere Bücherregale sehen nicht immer so aus - besser gesagt: fast nie. Aber ich habe mich so über die frische Ordnung gefreut, dass ich gleich ein Foto davon machen musste *zwinker*


Sonntag, 18. Januar 2015

sonntagsfreude





 In dieser Woche waren wir einen Tag lang in Graz, früh morgens starteten wir und am späten Nachmittag fuhren wir zurück. Außer einer guten Stunde, die ich beruflich verpflichtet war, konnten wir diese Zeit wirklich als Familienausflug genießen. Und es war tatsächlich wirklich das: ein Genuss - oder noch besser: Sonntagsfreude. Die lange Hinfahrt über konnten wir die Kinder mit Hörbüchern bei Laune halten - in der Stadt war einfach die Neugier riesig und auf der Heimfahrt waren alle so müde, dass die vier schon schliefen, bevor wir überhaupt noch auf der Autobahn waren. Alles zusammen Sonntagsfreude.



Dienstag, 13. Januar 2015

bildung: schule zu hause oktober-dezember und ein bisschen jänner


Immer wieder erreicht mich die Frage wie unsere Schule zu Hause denn mittlerweile läuft. Jetzt, wo ich voll berufstätig bin und mein Mann zu Hause ist. Und sowieso und überhaupt alles so viel ist. Nun will ich also einmal wieder ein wenig aus unserer Schule zu Hause berichten (zuletzt hatte ich das ja im September gemacht). Alles in allem kann man sagen, schon vorab: es ist wunderbar!


Masche für Masche strickt unsere Zweitklässlerin an ihrem ersten richtigen Strickstück (einem kleinen Schaf, hier hatte ich schon mal von ihrem Stricken erzählt) - und man könnte sagen so ähnlich ist auch die Gestaltung der Schule zu Hause: sie wird immer selbstständiger, kann vieles schon selbst erarbeiten (da sie gut liest und auch versteht, was sie da liest) und findet selbst immer wieder Themengebiete, denen sie nachgehen möchte. Der Ablauf hat sich mittlerweile gut eingespielt: Vormittags ist Schule. An zwei Tagen in der Woche habe ich vormittags frei, da ist Mama die Lehrerin und an den anderen drei Tagen ist der Papa Lehrer. Sie tut ihr gut, diese Abwechslung, weil jeder von uns andere Schwerpunkte setzt.


 Ich glaube, dass die Begeisterung des Papa sehr viel dazu beigetragen hat, dass das Rechnen zu einem liebsten Fächer unserer Schülerin geworden ist. In der ersten Klasse war das noch nicht so wirklich der Fall - das Rechnen fiel ihr - trotz aller Materialien und Veranschaulichungen - einfach schwer. Aber hier zu Hause hat sie ohne Druck, ohne Vergleich mit anderen Kindern einfach die Zeit bekommen, die sie gebraucht hat. Mit einem Mal hat sich der Knopf gelöst, wie man so schön sagt und seit dem Schulanfang hat sie sich jetzt bis Weihnachten mit dem Zahlenraum 100 befasst. Plus- und Minusrechnungen, ergänzen und auch das Verwenden des Erlernten in der Praxis, z.B. beim Abmessen von Dingen mit m/cm und auch beim Umgang mit Geld Euro/cent. Das ist ihr natürlich noch nicht so geläufig, aber immer wieder löst sie Aufgaben, die sie selbst erfindet (z.B. beim Einkaufen). Mittlerweile ist das Malrechnen angesagt und unsere Zweiklässlerin findet, das wäre viel leichter als das Plusrechnen, eine richtige Abkürzung. Und sie rechnet gerne, möchte jeden Tag am liebsten damit beginnen.


Viel lernt unsere Schülerin natürlich auch einfach nebenbei. Es braucht keine Arbeitsblätter oder abstrakten Vorstellungen, um sich mit dem Thema Haustiere zu befassen. Sie hat praktisches Arbeitsgebiet für jeden Tag. Sie muss ihre eigenen Tiere selbstständig versorgen (Hasen und Meerschweinchen), selbst abschätzen, wenn das Futter zur Neige geht und wir Neues nachkaufen sollten. Sie lernt viel durch das Helfen und Zuschauen bei der Arbeit am Hof, sie kennt die Abläufe von Geburt und der Zeit danach, in der die Jungtiere unbedingt Muttermilch trinken sollten. Sie weiß um die Wichtigkeit, dass die Nachgeburt vollständig ist - und ja, sie weiß auch um den Tod und Vorgänge in der Natur, die man einem Kind lieber vorenthalten würde. Sie hat aber keine Angst, sondern erlebt den Kreislauf von Leben und Tod ganz selbstverständlich. Das ist etwas ganz Besonderes und Kostbares denke ich, diese Selbstverständlichkeit, mit der sie (und ihre Geschwister) da hineinwachsen. Sie kann Ziegen melken und auch Nägel einschlagen, wenn der Papa Zäune ausbessert. Und sie kann verletzte Hühner wieder aufpäppeln oder Lämmchen aufziehen, die von der Mutter nicht angenommen wurden. Sie freut sich, dass die Nachbarn das wissen und an sie denken, wenn sie von einem Lämmchen wissen, dass eine liebevolle Fläschchenmutter braucht :-)


Es geht aber auch um das abstrakte Lernen. Rund um den österreichischen Nationalfeiertag beschäftigten wir uns mit Österreich und seinen Bundesländern. Sie malte die Flaggen von allen Ländern, aus denen wir Menschen kennen und suchte sie auf der Weltkarte. Sehr inspirierend ist für sie unser ganz besonderer Atlas Meine Welt - und auch das dazupassende Kreativbuch. Viel im Sachunterricht hat mit Natur zu tun: die Jahreszeiten mit allen Sinnen erleben und die kleinen und großen Besonderheiten der Natur entdecken, das macht ihr Spaß. Im Sommer hatte sie an einer Naturforschergruppe des Nationalparks, in dem wir wohnen, teilgenommen und was sie dort gelernt hat, versucht sie immer mehr auszuweiten. Es ist erstaunlich, wie viel ich durch sie lerne. Das Schreiben fällt unserer Schülerin nicht schwer. Sie kann sicher Wortarten unterscheiden, was ihr bei der Entscheidung, ob ein Wort groß oder klein geschrieben wird, sehr hilfreich ist. Sie liebt Lückentexte und Rätsel, Abschreibübungen und Diktate weniger. Wir arbeiten mit den Schülbüchern und freuen uns, dass sich daraus auch immer wieder Themen für den Sach- oder Werkunterricht ergeben (z.B. das Thema Fliegen, das zum Falten von verschiedenen Flugzeugen animierte und zum Nachforschen über die ersten Flugversuche des Menschen - und natürlich die reiche Vogelwelt). Außerdem schreibt sie nach wie vor regelmäßig Briefe mit ihren ehemaligen Kindergartenfreundinnen, die in anderen Dörfern wohnen.


 Jeden Abend liest unsere Schülerin, was sie spontan interessiert. Sie mag Afrika und alles, was mit den Tieren dort zusammenhängt (Tippi aus Afrika fasziniert sie immer wieder), im Moment interessiert sie sich auch sehr für den Körper und wie er funktioniert (und sie erklärt es dann ihren Geschwistern beim Arzt-Spielen). Die Sagen aus Österreich von Friedl Hofbauer will sie immer wieder lesen, schwankt aber bei der Entscheidung, ob sie Sagen nun mag oder nicht - manchmal sind sie einfach ziemlich gruselig *zwinker*.  Auch Geschichten in der 5-Minuten-Bibel mag unsere Schülerin, ihre Geschwister lassen sich gerne daraus vorlesen (noch lieber aber aus den Kindern aus Bullerbü!). Sie hat viel Bewegung und geht gemeinsam mit zwei anderen Mädchen aus dem Dorf zum Reitunterricht, sie spielt nach wie vor Geige, spielt in einem Ensemble mit und singt im Kinderchor der Pfarre. In diesem Jahr ist auch Erstkommunionvorbereitung, was wirklich bereichernd und erfreulich ist. Die Kinder verstehen sich gut und genießen es, in der kleinen Gruppe gemeinsam zu werkeln. 


Während der Schule zu Hause ist es einfacher geworden mit den anderen Kindern. Die Zwillinge spielen gemeinsam, malen oder schauen Bücher an. Manchmal streiten sie und ab und an brauchen sie Informationen oder Hilfe beim Zusammenbauen von Ställen oder Pferdeboxen, aber im Großen und Ganzen sind sie sehr beschäftigt. Der kleine Bruder spiel meist in unserem Schulbereich (auf dem Dachboden mittlerweile). Er malt gerne oder ist zur Zeit auch gut beschäftigt mit seinem Werkzeugkoffer, den er zu Weihnachten bekommen hat. Er repariert mit seinem Werkzeug nun den Boden, Türen, das Sofa... was auch immer ihm in den Sinn kommt. Kreatives machen wir meistens gemeinsam am Wochenende oder auch mal abends. Was in diesem Jahr neu ist, ist, dass es an drei Tagen in der Woche auch ein wenig Unterricht in der Sprache des Papas gibt. Das macht unserer Großen viel Freude, sie betrachtet es als Geheimsprache. Englisch lernen wir jede Woche an einem Vormittag oder auch mal am Wochenende, die kleinen Geschwister machen dann mit (erstaunlich, wie so kleine Kinder sich Wörter merken können!), vor allem die englischen Lieder mögen sie oder das Nachmachen von Bewegungen nach englischer Anweisung (stand up, sit down, ...). Ja, es ist zusätzliche Arbeit, könnte man sagen. Aber es ist wunderbar und wir sind dankbar, dass wir diesen Weg gehen können, der für jetzt stimmig ist - und wie er sich weiterentwickelt, werden wir sehen. Im Moment ist es wunderbar.

Samstag, 10. Januar 2015

sonntagsfreude

Sonntagsfreude
  • in einem Land zu leben, in dem medizinische Versorgung kein Luxus ist
  • bei einem kleinen Unfall Glück im Unglück zu haben
  • auf freundliche, kompetente und  humorvolle Ärzte und Pflegepersonen zu treffen
  • spontane Unterstützung und Mithilfe durch Bekannte im Dorf zu erhalten
  • ein so tapferes kleines Kind zu haben
  • nach dem Krankenhaus-Aufenthalt wieder zu Hause zu sein
  • ... und vor allem: dem kleinen Rabauken geht es wieder richtig gut :-)




Mittwoch, 7. Januar 2015

die ja-aber-mütze


Eigentlich hatte ich keine Pläne für das kommende Jahr. Also keine konkreten, besonderen jedenfalls. Aber manchmal kommt eben ein Plan mit einem Mal daher, ohne dass man selber geplant hätte. Da muss man entweder Ja oder Ja, nächstes Jahr sagen. Weil es beruflich erforderlich ist. Ich habe mich für das Ja entschieden (nach langem Beraten mit meinem Mann und einigen sehr schlecht geschlafenen Nächten). Und so habe ich in Zukunft wohl einen Tag pro Woche, an dem ich mich ganz intensiv bilde und an dem ich auch etliche Kilometer zurücklegen muss, um mich zu bilden und dann wieder etliche Kilometer zurück, um wieder zu Hause zu sein. Dieses Ja ist mit einem dicken, fetten aber verbunden. Für mich jedenfalls. Denn eigentlich hätte ich auch so genug zu tun. Aber vielleicht ist es auch gut so. So ähnlich wie die Mütze, die ich auf dem Bild trage. Die ist auch so eine ja - aber - Mütze. Denn eigentlich war sie mal für meinen Mann gedacht, dem passte (und gefiel) sie aber nicht recht. So strickte ich etwas anders weiter und die Mütze wurde dann für mich. Meine Haus- und Hofmütze, unter der ich meine Haare verstecken kann, der Stallgeruch nichts ausmacht und auch nicht der eisig kalte Wind, der hier weht (statt Schneefall) und die mit ihrer handgesponnen Schafwolle herrlich warm und irgendwie perfekt unperfekt ist. Wenn ich mich mit ihr im Spiegel betrachte, kommt mir das ja - aber in den Sinn. Ja, die Mütze ist etwas speziell (mehr Fotos hier auf ravelry) und ja, sie war für jemand anderen geplant und ja, eigentlich wollte ich für mich eine andere Mütze stricken, nämlich die, die ich jetzt gerade für meinen Mann angeschlagen habe - aber die Mütze wärmt mich,  aber sie ist sehr praktisch und aber auch ganz besonders individuell. So wie mein eigentliches nicht-Pläne-haben-für-das-kommende-Jahr (und darüber hinaus). Ja, irgendwie freue ich mich auf die neue Herausforderung. Aber ein bisschen Sorgen mache ich mir auch.