Donnerstag, 31. Juli 2014

was gut tut: sommerferien-gefühl

Es sind Sommerferien. Eigentlich die Zeit, in der man etwas unternimmt und wegfährt. Für uns ist es eine Zeit, in der es viel Arbeit auf den Feldern gibt. Und im Garten. Eigentlich überall. Aber wir fahren nicht deshalb nicht weg. Sondern viel mehr, weil es nur wenig Erholungsfaktor hat, wenn wir alle Kinder ins Auto packen, die Unmengen an Gepäck, die es braucht und Versorger für unseren Hof organisieren, nur um dann nach spätestens einer Stunde Autofahrt von der minütlich gestellten Frage Sind wir schon da?  oder Ich muss aufs WC. Mir ist schlecht. Ich mag nicht mehr sitzen. begleitet zu sein. Am Ziel dann wäre es eine Umstellung für alle und bis alle in den neuen Rhythmus gefunden hätten, wäre es schon wieder Zeit wieder nach Hause zu fahren. Vielleicht sind wir auch einfach nicht die großen Urlaubstypen. Mal abgesehen davon, dass wir uns das ohnehin nicht leisten könnten als sechsköpfige Familie irgendwohin zu fahren, wo wir nicht gratis wohnen können *lach*. Jedenfalls: wir (Eltern) haben (mit uns selbst) beschlossen, dass wir solange nicht weiter weg fahren für längere Zeit (wenn es nicht unbedingt sein muss), bis unser Jüngster in etwa so alt ist wie seine beiden mittleren Schwestern jetzt sind. Und dann werden wir erstmal hinauf ans Meer, in die Heimat meines Mannes, fahren. Gemeinsam mit seinen Geschwistern und deren Familien. Wir haben alle kleine Kinder und leben für die nächsten 2,3 Jahre jetzt einfach mit diesem Wunsch-Urlaub im Hinterkopf :-)


Trotzdem: Sommerferien-Gefühl gibt es immer wieder. Beim Wandern oben in den Bergen an einem Nachmittag oder auch beim Plantschen (an den gefühlten drei Tagen, in denen es sommerlich heiß war bei uns) im Garten, aber auch beim Genießen von Eis auf der Terrasse. Außerdem wohnen wir ja da, wo andere urlauben - das zeigt der Campingplatz im Tal unten ganz deutlich - wir haben sozusagen das ganze Jahr über Urlaub *zwinker*. Es tut gut, das Sommerferien-Gefühl. Ganz besonders schön und gut zu spüren war es an einem Nachmittag, den wir bei Freunden im Garten verbrachten. Wir hatten uns schon viele Jahre nicht mehr gesehen und das Leben hatte uns ganz unverhofft wieder in mehr oder weniger unmittelbare Nähe gebracht. Es schien, als würden wir genau dort wieder anknüpfen, wo wir vor Jahren aufgehört hatten, als wir uns noch regelmäßig gesehen hatten. Die Männer spielten miteinander Volleyball, dann mit den Kindern Fußball und wir Mütter genossen die Freiheit, einfach mit einem Cocktail auf der Terrasse zu sitzen - und die Kinderschar war wunderbar - so vielfältig, verschieden und doch irgendwie friedlich in allen Unternehmungen im weitläufigen Obstgarten rund ums Haus. Wir Erwachsenen saßen auf der Terrasse, plauderten miteinander, ab und an versorgten oder versöhnten wir Kinder - waren aber eigentlich fast immer unter uns. Konnten uns austauschen, miteinander lachen, über ernste Themen sprechen, Erfahrungen teilen. Ein Nachmittag voller  Ruhe. Mit einem richtigen Sommerferien-Gefühl. Voller Freiheit, Entspannung, neuer Umgebung und doch Vertrautheit. Es tut gut, das zu spüren. Einfach so, ohne es sozusagen gebucht zu haben :-)

Montag, 28. Juli 2014

übungsnähen: genähtes quartett




Es hat jetzt eine ganze Weile gedauert, aber nun ist es fertig, das genähte Quartett. Zwischen dem Aussuchen des Stoffs (den ich mal geschenkt bekommen habe), dem Zuschneiden und letztlich dann den kurzen Etappen, in denen ich in Ruhe nähen konnte, lagen immer viele Tage oder sogar Wochen. Aber jetzt sind sie fertig, die drei Lisabeth-Kleidchen von herzekleid und eine Quick-Change-Trousers aus handmade beginnings - allerdings ohne "quick-change"-Möglichkeit. Einfach deshalb, weil ich eher nicht die Hose umdrehen würde und mit der Verschmutzung (bei uns wäre das wohl Erde oder Mist oder matschiger Sand) nach innen wieder anziehen. Lieber einfach lassen, sodass man den Dreck eben sieht oder gleich was Frisches anziehen ;-)



Die Kleidchen sind zwar alle aus demselben Stoff, aber sie sind trotzdem unterschiedlicher als die drei sommergelben Kleidchen, die ich damals genäht hatte. Oben herum die Einfassung ist immer das selbe Schrägband, aber unten der Abschluss bei den Kleidchen und auch bei der Hose ist jeweils eine Mischung aus Schrägband und einer schönen Zierborte (die die Kinder selbst ausgesucht haben). Vor allem der kleine Bruder ist ganz begeistert von den Autos auf der Borte an seiner Hose :-)



Das Wetter ist nicht ganz optimal für Sommerkleidchen. Durchschnittlich 15-20°C haben wir, ab und an ein bisschen Sonne und anscheinend auch in der nächsten Zeit ziemlich viel Regen. Aber mit langärmligen T-shirts drunter oder einer Jacke drüber ist das genähte Quartett trotzdem genau richtig :-)

Sonntag, 27. Juli 2014

sonntagsfreude






Sonntagfreuden
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Donnerstag, 24. Juli 2014

über'n zaun schauen: in der küche...


Mal abgesehen von einer ziemlich heißen Woche und ein paar wirklich sehr sommerlichen Tagen, überwiegt das Gefühl, dass es irgendwie eher herbstlich ist. Nebelschwaden, die am Morgen durch das Tal ziehen und nur drei oder vier Nachmittage im Plantschbecken für die Kinder. Der Garten wächst und gedeiht prächtig, darüber freue ich mich. Allerdings ist das nicht überall so. Die Erdbeeren in diesem Jahr wurden hauptsächlich von den Kindern gegessen, aber es waren trotzdem nicht viele. Die Büsche im Beerengarten sind wohl noch zu jung, um reichlich Frucht zu tragen - ein paar Ribisel über dem Vanille-Eis und ein Kuchen mit Johannisbeeren, immerhin. Aber zum Einkochen gibt es kaum etwas.


Auch Kirschen gab es nicht viele. Zwei Gläser mit Sauerkirschen habe ich eingekocht. Wie schon im letzten Jahr mit etwas Zucker, einer Zimtstange und ein paar Nelkennägeln aufgekocht und dann heiß abgefüllt. Ich freue mich und irgendwie sind sie etwas ganz besonders Kostbares, diese zwei Gläser.


Zwischendurch mache ich immer mal wieder Schokolade. Keine einzige Zutat kommt aus dem Garten - aber das Rezept ist einfach, gelingt immer und schmeckt allen in der Familie. Vor allem an den kalten, regnerischen Tagen wie wir sie im Moment erleben, tut es gut zum warmen Tee eine kleine Schokolade zu essen.



An eher trockenen Tagen ist es etwas ganz Besonderes, die Zutaten für das Essen aus dem Garten zu holen. Manches wird dann auch verwertet und für den Winter eingefroren oder eingekocht, aber eigentlich genießen wir im Moment hauptsächlich Frisches. Besonders beliebt ist das Pflücksalat. Es ist das erste Jahr, in dem es auch Fenchelknollen im Garten gibt und sie schmecken ganz wunderbar - auch der Mangold ist eine Freude (für die Kinder weniger) und ganz besonders viel Spaß macht das Kochen, wenn alle gemeinsam um den großen Tisch auf der Terrasse sitzen und Gemüse schneiden für ein Blech voller Ofengemüse mit Kräutern aus dem Garten.


Was wirklich reichlich und gut gedeiht sind die Kräuter auf der Kräutermauer hinterm Haus. Thymian, Oregano und Salbei habe ich schon viel getrocknet und in Dosen gefüllt - ich glaube, hier wird wirklich Selbstversorgung bis zum nächsten Spätfrühling möglich sein. Auch mit dem Schnittlauch, den ich aufschneide und einfriere, sieht es gut aus. Petersilie gibt es jetzt mal hauptsächlich frisch, vielleicht geht sich ein Gläschen aus dann zum Einfrieren für den Winter - beim Dill bin ich optimistisch, der wächst prächtig. 


Es ist wirklich etwas ganz Besonderes, dieses Begleiten des Wachsens und Gedeihens im Garten. Die heftigen Gewitter, die ab und an über das Tal ziehen, lassen mich immer voller Sorge hinaus blicken und hoffen, dass nicht zu viel geknickt wird. Bald ist August - wie die Zeit doch vergeht! Ein gutes Monat noch, dann ist die reiche Erntezeit bei uns schon fast vorüber. Ich will sie genießen diese Wochen und hoffe auf etwas mehr Sonnenschein zwischen den Regentagen. 


P.S. Schöne Einblicke in die Küche von verschiedenen Bloggerinnen gibt es auch hier.


Dienstag, 22. Juli 2014

juli


Der Juli war bis jetzt ein arbeitsreicher Monat, aber ein guter. Es ist ein ganz besonderes Gefühl, nach getaner Arbeit auf die riesigen Mengen Heu zu blicken, die sich da in der Scheune türmen. Und zu wissen, dass das ja erst die erste Mahd war. Es war das erste Mal, dass wir selbst alles gemäht und weiterverarbeitet haben. Viel Handarbeit, viel Schweiß... und viel Zufriedenheit. Ein besonderer Moment war, als die liebste Freundin unserer Ältesten bei uns übernachtete und ganz selbstverständlich mit aufs Feld kam am Morgen. Die Mädchen plauderten, rechten fleißig das Heu vom Hang herunter und waren danach ganz stolz über das Ausmaß ihrer Hilf, als wir bei einer Jause auf der Terrasse saßen. 


Juli ist die Zeit, in der es mit dem Ernten im Garten weitergeht. Mangold und Kräuter vor allem. Die ersten Erbsen und Fenchelknollen. Salat, Radieschen und die erste Zucchini.


Der Juli brachte auch viele heiße Tage mit sich. Gut für die Arbeit am Feld. Schön auch, um auf der Terrasse im Schatten Mittag zu essen oder ein Eis am Nachmittag zu genießen. Ein paar Reihen zu stricken. 


Juli - ein Monat, den viele für Urlaubsfahrten nutzen. Wir nicht wirklich. Aber die Sonntage, die nutzen wir, um ausgiebig zu genießen. Mal Schwimmengehen bei Regenwetter im Hallenbad oder bei schönem Wetter wandern zu gehen. Oder einfach auf einer Decke im Feld unter den Apfelbäumen liegen und uns wie im Urlaub fühlen. Ein bisschen lesen, plaudern, Sonnenblumenkerne und Karotten knabbern... und schnell ins Haus laufen, wenn mit einem Mal ein Gewitter aufzieht. 

Was für ein schöner Monat bislang der Juli. 



Samstag, 19. Juli 2014

sonntagsfreude

Seit wir Hühner haben  (und jene waren die ersten Tiere, die wir hier am Hof hatten - hier hatte ich davon erzählt) träumen wir davon, dass es auch mal Küken gibt. Aber aller Anfang ist schwer, wie man so schön sagt. Und wir lernten nach und nach dazu. Zum Beispiel, dass Hybridhühner gar nicht mehr brüten können. Und, dass Hühner, die selbst im Automaten gebrütet wurden, nicht gut glucken können. Wir hatten zwar zwei oder drei Mal ein Huhn, das zu brüten begonnen hatte (und wir waren voller Euphorie), aber dann starb das Huhn plötzlich oder es hörte auf zu glucken oder es saß viel zu lang auf den Eiern und noch immer gab es keine Küken. Aber... jetzt ist sie da, unsere gleich sechsfache Sonntagsfreude!!!!!!!


Die ersten Küken sind auf unserem Hof geschlüpft. Knapp 21 Tage hatten wir gehofft, dass es klappen würde. Und seit ein paar Tagen nun freuen wir uns jeden Tag auf's Neue über dieses Wunder. Es ist wirklich ein Wunder, so ein Ei, das dann mit einem Mal eine Handvoll flaumiges, frohes Leben ist.  Sonntagsfreude, so nah dabei sein zu dürfen.


Sonntagfreuden
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Mittwoch, 16. Juli 2014

über'n zaun schauen: juligarten

Eigentlich ist es unglaublich, wie schnell sich in der Natur so vieles entwickelt. Wenn ich an damals denke, als in unserem Garten noch so gut wie gar nichts angelegt war und wir den Winterapfelbaum pflanzten. Oder an den Mai, in dem das Saatgut in die Beete wanderte und man sich so gar nicht vorstellen konnte, dass da jemals etwas wachsen würde. Ja, und dann im Juli dieses Bild:


Jetzt Mitte das Monats, vielleicht 10 Tage nachdem das Foto aufgenommen wurde, sieht es noch üppiger aus. Jeden Tag (so es nicht regnet) kann geerntet werden. Gleich zum Kochen und Genießen, aber auch zum Einfrieren oder Einkochen. Ich spüre, wie gut mir der Garten tut. Nicht nur, weil das schmeckt, was in ihm zu finden ist, sondern weil ich das Gefühl habe, in ihm ruhig zu werden. Vor allem, wenn ich abends eine kleine Runde durch den Garten mache. Ich spüre, wie all das, was sich im Laufe des Tages angesammelt hat, langsam leichter wird.






Ich hatte mir vorgestellt im Frühjahr, wie entlang des Zauns lauter Blumen wachsen würden. Auch wenn das noch nicht durchgehend der Fall ist - da, wo es schon üppig wächst, verspüre ich Vorfreude in mir: irgendwann, in ein paar Jahren, wenn sich die Blumen selbst aussäen und vielleicht noch so manche Pflanze hereingefunden hat. Inzwischen gibt es einige Rosen, Borretsch, Prachtspiere, Ringelblumen, Cosmea, Beinwell, Rittersporn, Eisenhut, Pfingstrosen, Kamillen, Nussmohn, Sonnenblumen, Löwenmäulchen, Stockrosen, Liebstöckl und Tagetes. Ich glaub, das war's ;-)


Nicht alles ist natürlich schon so, wie ich mir das ausmale. Aber es ist gut so, wie es jetzt eben ist. Mit einem Drittel des Gartens, das ein zusätzlicher Kartoffelacker geworden ist. Weil wir einfach nicht alles zugleich machen konnten/wollten - und auch, weil wir viele Kartoffeln essen ;-)

  
  



Es gibt Schnittlauch,  Zwiebeln, rote Beete, Mangold, Stangensellerie, Buschbohnen, Dill, Spitzkraut, verschiedene Salate (Kopfsalat, Pflücksalat), Kohlrabi, Erbsen, Zucchini, Karotten, Kürbis, Weißkraut, Erbsen und Kren. Und Teefenchel und Zuckermais. Mal sehen, ob das was wird. Und die Kinder haben in ihren Beeten noch ein buntes Sammelsurium an Kapuzinerkresse, Sonnenblumen, Salaten und ein paar vereinzelten Karotten. 


Gut tut sie, die Mitte des Gartens. Unser kleines Apfelbäumchen, das schon ein paar Äpfelchen trägt. Umgeben von allem möglichen, das da zwischen den Kartoffeln und den "richtigen" Beeten wächst. Eigentlich sollte da mal ein Weg dazwischen führen. Auch zwischen den Beeten sollte es einen Weg mit Platten geben. Aber jene sind nicht ganz billig - und so haben wir inzwischen 30 Jahre altes (und älteres?) Heu/Stroh auf die Wege gelegt, sodass nicht allzuviel wächst, das ausgerissen/geschnitten/gejätet werden muss. 



Das Hochbeet ist im Moment vor allem von den Gurken bewachsen, ein Kürbis klettert heraus aus dem Beet und der Fenchel ist demnächst erntebereit. Ein Radieschen wächst und treibt aus  (ich hoffe auf Saatgut) und Petersilie gibt es auch. Und zwei Krautköpfe. Langsam mache ich mir Gedanken für den Herbst dann, womit ich das Hochbeet bepflanze, sodass wir noch ein wenig Gemüse ernten können, auch in der kalten Jahreszeit. Hat jemand Erfahrungen, was da gut gedeiht in den wirklich kalten Monaten? Pflücksalat? Kohlrabi? Radieschen?


Das meiste, das im Garten wächst, ist gewollt. Also ich habe Saatgut besorgt oder Pflanzen (gar nicht so einfach, Biopflanzen zu finden - mit Blick auf unsere Bienen war uns das sehr wichtig - warum kann man ein wenig hier nachlesen) und sie eingesetzt. Manches kommt aber auch einfach so. Die vielen Mohnblumen zum Beispiel. Jedes Jahr auf's Neue wachsen sie an überraschenden Stellen, werden von Bienen belagert und erfreuen mich mit ihrer kräftigen Farbe. Ich hatte sie bei meinem Gartenplanen nicht wirklich geplant, aber gewünscht hab ich's mir, dass sie auch hier ein Plätzchen finden werden und sich wohlfühlen (vielleicht nicht mitten im Gemüse, aber am Rand zum Beispiel mag ich die Mohnblumen sehr gern). Vielen fallen sie als erstes auf, wenn sie über'n Zaun schauen in den Garten. Ein Glück, dass es sie gibt, diese ungeplanten wunderschönen Farbtupfer in all dem Grün :-)