Montag, 22. September 2014

was gut tut: kleine momente


Ich mag Abende. Der Trubel des Alltags wird ruhiger, wir sind alle im Haus und kleine neue Rituale entwickeln sich. Die Kinder werden älter, selbstständiger und haben andere Bedürfnisse als noch vor gar nicht all zu langer Zeit - und wir Eltern wachsen mit ihnen. Verändern uns. So wie unser Alltag sich durch die neue Arbeitssituation und -aufteilung nun ganz anders erleben lässt. Vor allem habe ich nun kaum mehr Abendtermine (außer Bereitschaftsdienst ab und an) - abends zu Hause sein zu können bringt neue Lebensqualität für mich. Kleine Momente. Sie tun gut. Sehr.


Was ich ganz besonders gern mag sind die kleinen Momente mit jedem der Kinder. Das Zubettbringen unseres Jüngsten zum Beispiel während die Mädchen miteinander spielen. Eine halbe Stunde vielleicht, in der ich neben ihm liege, ihm vorlese oder ihm ein wenig zusehe, wenn er gerade eingeschlafen ist. Ein Kind ist ein solches Wunder, wie es wächst und sich entwickelt. Ein großes Geschenk, das erleben und begleiten zu dürfen.

  

Mit den Zwillingen gibt es weniger Einzelmomente abends. Die beiden scheinen sich am besten zu verstehen und ohne Streit miteinander spielen zu können, wenn sie wissen, dass sie ansonsten ins Bett müssen *zwinker*. Trotzdem: das Herausholen eines Puzzles oder Spiels, das meist jeder für sich, aber doch gemeinsam an einem Tisch, macht, ist eine gute Zeit. Zeit zum Dabeisitzen, sich vom Tag erzählen lassen oder mitzuspielen. Wobei es deutlich lustiger ist für die Mädchen, wenn das der Papa macht. Denn der versucht (ziemlich offensichtlich) zu schummeln und das zu entdecken, gefällt den kleinen Detektivinnen. Schön, so kleine Momente zu erleben. Das sind Momente, von denen mir Menschen bei der Arbeit immer wieder erzählen, wie gern sie diese erleben würden, wie viel es ihnen bedeuten würde, zu Hause und nicht im Krankenhaus zu sein. Nichts Außergewöhnliches, sondern einfach Alltägliches im Miteinander. Zu Hause. Jedes Mal, wenn die beiden Mädchen im Bett liegen und friedlich schlafen denke ich daran, wie viel Angst ich hatte in der Schwangerschaft mit ihnen und wie sehr ich mich sorgte um ihr Wohlergehen. Das war schwierig für mich damals. Umso kostbarer ein solcher kleiner Moment, in dem ich mich zurückerinnere und sehe, dass alles gut gekommen ist.


Abends ist auch eine Zeit der Schule. Wir bereiten für den nächsten Tag vor. Mathematik organisiert der Papa, aber Deutsch, Lesen, Schreiben, Sachunterricht... das plane ich gemeinsam mit unserer Schülerin. Wir haben vier wunderschöne und inspirierende Bücher besorgt, die nun immer wieder in Verwendung sind und zu denen auch unsere Schülerin immer wieder Ideen hat, die sie umsetzen möchte. Alle Welt ist ein ganz besonderer Atlas, Mein erstes großes Buch von der Natur ist sehr künstlerisch und lässt Ideen für eigenes kreatives Gestalten mit Sprache und Bildern aufkommen, Birke, Buche, Baobab ist ein schönes Buch über Bäume, ihre Blätter und Früchte und Fliegende Feder ist ein Projektbuch zum Thema Indianer. Vor allem die Lieder darin und die Geschichten gefallen unserer Schülerin. Dieses gemeinsame Sitzen am Tisch im Schulzimmer, das Überlegen und Sprechen über verschiedene Themen. Einfach diese kleinen Momente mit meiner Ältesten, die so groß schon ist (war es nicht erst unlängst, dass ich sie in den Schlaf streichelte und ihr Lieder vorsang?) und die Fragen hat, die ihre kleinen Geschwister (noch) gar nicht bewegen: es tut gut, ihnen Raum geben zu können. Zeit zu haben, bevor auch sie ins Bett geht und ich dieses große Kind zudecke, meine älteste Tochter. Als sie ganz klein war, war der Abend eher Papazeit für sie, weil ich für die letzten Prüfungen an der Uni lernen musste. Umso mehr genieße ich es jetzt, dass ich einfach Zeit habe. Sie tun so gut, diese kleinen Momente. Sie machen mich glücklich. Immer wieder auf's Neue.

Sonntag, 21. September 2014

sonntagsfreude


Sonntagsfreude
wenn Menschen, die sonst meist am "Rand der Gesellschaft" stehen eine Stimme und ein Ort gegeben wird, um ihre Geschichte zu erzählen. Und zu singen...



Dienstag, 16. September 2014

im neuen rhythmus...

Stück für Stück wächst ein neuer Alltag. Es ist eine große Umstellung für alle den gewohnten Rhythmus neu zu gestalten. Alle Bereiche sind jetzt anders. Die Stallarbeit, das Frühstücken, die Arbeit, die Schule zu Hause, der Haushalt, die Wäsche,... - einfach alles. Und doch ist es erstaunlich, wie schnell sich dann alles gewohnt anfühlt, sobald es mal ein oder zwei Wochen eben anders gelaufen ist. Es gibt noch kleine Stellen, die nachjustiert werden müssen, wie man so schön sagt. Aber im Großen und Ganzen ist es gut so wie es ist. All die Sorgen und schlaflosen Nächte, in denen ich mir alle möglichen Horrorszenarien des Chaos zu Hause und der Überforderung bei der Arbeit ausgemalt hatte - ich hätte sie mir sparen können. Nicht eine einzige Sache ist geschehen, die ich befürchtet hatte. Gott sei Dank!


Die Schule zu Hause hatte mich sehr beschäftigt. Nun - es läuft wunderbar bislang. Ich bereite in Absprache mit meinem Mann alles vor, immer wieder auch gemeinsam mit unserer Schülerin und am Vormittag ist Schulzeit. Unabhängig davon, ob ich nun zu Hause bin oder nicht. Unser Mädchen arbeitet sehr selbstständig, sucht sich selbst Aufgaben, die sie interessieren (z.B. macht sie gerade ein Natur-Lexikon) und mit dem Papa als Ansprechperson gelingt so manches fast besser als mit mir. Das Rechnen ist so etwas. Denn das ist das absolute Lieblingsfach meines Mannes gewesen und seine Begeisterung im Finden von Rechenwegen, Suchen von Eselsbrücken und Ausdenken von lustigen Rechengeschichten steckt unsere Schülerin an. Und ihre Begeisterung wiederum führt dazu, dass sie den kleinen Schwestern einfache Rechenaufgaben stellt und Wege sucht ihnen zu erklären, wie man rechnet. Ansonsten besucht unser Mädchen weiterhin die Musikschule und freut sich, dass sie nach ihrer Freundin (die auch zu Hause unterrichtet wird) Stunde hat und die Geigenlehrerin das so eingeteilt hat, dass die beiden Mädchen zwischen ihren jeweiligen Einzelstunden eine gemeinsame Einheit haben zum Ensemblespiel. Beim Reiten gibt es auch Neuerungen - sie geht gemeinsam mit zwei anderen Freundinnen in eine "richtige" Reitschule. Die ist zwar weiter weg, aber durch die Möglichkeit sich mit zwei anderen Eltern abwechseln zu können im Bring- und Holdienst der Kinder fällt das nicht so sehr ins Gewicht. 


Wo noch ein bisschen nachjustiert werden muss, das ist der Haushalt. Vor allem mit der Wäsche komme ich nicht recht "nach". Entweder trocknet die Wäsche nicht, weil es ständig regnet und der Trockner ist noch besetzt, weil ich es nicht geschafft habe, die Wäsche herauszunehmen. Ach, eine endlose Geschichte. Ähnlich den Staubflusen und dem Badputzen. Aber im Vergleich zu den Problemen, die mir  bei der Arbeit begegnen, ist das Luxusjammern. Ich bin sehr glücklich bei meiner Arbeit. Ich fühle mich angenommen, gebraucht und ich bin dankbar für die Begegnungen jeden Tag. Ein großer Themenbereich ist natürlich die Begleitung von schwerkranken und sterbenden Menschen - ein anderer Schwerpunkt meiner Arbeit ist ein Bereich, der in vielerlei Hinsicht eine Grauzone ist zwischen Tabu und "ach ja, das gibt es tatsächlich auch noch". Ich möchte gerne einen Beitrag zum Thema, der mich sehr bewegt hat hier teilen und auch auf den Verein Pusteblume verweisen, der uns, die wir an einem guten Weg im Krankenhaus-Erleben arbeiten, sehr unterstützt.


Was ich langsam lerne und wohl noch eine Weile dauern wird, ist das Abschalten. Es wird von Tag zu Tag besser und ich glaube, dass auch der Fahrweg von einer guten halben Stunde gut tut. Das Unterwegssein lässt mich so manches noch einmal überdenken und wenn ich dann die Passstraße hinunter fahre zu uns in Tal fühle ich mich jedes Mal ein Stück weit leichter. Ich sehe so manches mit neuen Augen, scheint mir manchmal. Die gepflückten Blumen am Küchentisch und die gemalte Namenstagskarte für mich, der ziemlich verbrannte Kuchen, in dem doch sehr viel Liebe steckte und das Essen, das mein Mann jeden Tag für mich aufwärmt, wenn ich nach Hause komme - es lässt mich noch einmal tiefer und bewusster wahrnehmen, wie wichtig und wertvoll meine Familie und unser Zuhause für mich ist.


Ach ja, was ich mache, wenn ich zu Hause bin? Vor allem Haushalt. Für Bücherschreiben und solche Dinge werde ich wohl lange keine Energie mehr haben *zwinker*. Und mit den Kindern etwas machen, damit mein Mann einmal ungestört etwas werkeln kann. Im Garten ernten. Im Moment Kartoffeln und Kraut. Abends machen wir "Sauerkraut im Glas" nach einem Rezept im Bio-Gartenbuch oder schneiden Apfelringe zum Trocknen im Dörrapparat. Und schauen Filme nebenbei, unlängst zum Beispiel Philomena. Ein Film, an den ich oft denken muss. Was wir auch haben ist Nachwuchs. Darf ich vorstellen, unsere drei österreichischen Landgänse (zwei Weibchen und ein Männchen). Ja. Ich glaube, das war es mal an Neuigkeiten der letzten Wochen. Ich weiß nicht, wann ich wieder dazukomme und Energie für's Bloggen habe. Heute jedenfalls hatte ich einfach Freude daran hier ein bisschen zu erzählen von dem, was mich gerade so bewegt. Am Sonntag zur Sonntagsfreude bin ich spätestens wieder da. Vielleicht schaff ich es mit einem Beitrag pro Woche plus die Sonntagsfreude. Mal sehen. Ich muss noch ein bisschen ankommen im neuen Rhythmus. Danke für euer Begleiten!!!

Samstag, 13. September 2014

sonntagsfreude


Meine Shalom-Weste ist fertig. Immer mal wieder ein paar Reihen gestrickt ging es langsam, aber stetig voran (immerhin stricke ich seit Mai immer mal wieder dran...). Eine Weste, die ich immer mal wieder auch bei der Arbeit trage unter meinem weißen Kittel. Sie ist immer wieder ein schöner Einstieg im Gespräch mit Patienten. Mal ist es die Farbe, die an etwas erinnert und manchmal ist es auch die Gemeinsamkeit des Gernestrickens, die irgendwie verbindet und die Tür öffnet für ein Gespräch ganz anderer Tiefe. Solche Momente sind nicht machbar oder planbar -... solche Momente sind kostbar und wertvoll. Sonntagsfreude, wenn diese einfache gestrickte Weste zu solch einem Moment führen kann. Das macht dieses einfache Strickstück zu etwas ganz Besonderem. Zu meiner Sonntagsfreuden-Weste


Notizen zur Strickarbeit finden sich hier auf ravelry für alle Interessierten.



Samstag, 6. September 2014

sonntagsfreude


Die erste Arbeitswoche ist geschafft. Eine intensive Zeit. Viel zu tun, zu denken, zu sprechen... und auch zu schweigen. Einfach dazusitzen, jemandem die Hand halten und ein Taschentuch zu reichen. Es fühlt sich stimmig an: Die Arbeit. Das Leben zu Hause. Das Neuordnen der Aufgaben zu Hause. Und ganz besonders kostbar für mich: das Nachhausekommen. 
Und meine Sonntagsfreude? Alles zusammen natürlich. Aber eigentlich ganz speziell dieses Kärtchen, das mir an meinem ersten Arbeitstag in die Hände fiel (und das ich meinem Mann mit nach Hause bringen musste *zwinker*) - in einem Moment, in dem es besonders gut tat, ein bisschen schmunzeln zu müssen. Eine ganz und gar unverhoffte Sonntagsfreude :-)




Samstag, 30. August 2014

sonntagsfreude

Sonntagsfreude
wie sehr ein eigentlich 
einfaches, altes Spiel 
faszinieren und begeistern kann.
Gleich drei Kinder auf einmal :-)



Sonntag, 24. August 2014

sonntagsfreude


Sonntagsfreude
diese halbe Stunde Sonnenschein und Wärme 
am Geburtstagsmorgen unseres Jüngsten.
Sonntagsfreude
diese zwei Jahre mit unserem
wunderbaren Sohn, kleinen Bruder,
Traktorliebhaber :-)