Donnerstag, 27. November 2014

novemberfreude: vorfreude auf den advent

Ich freue mich heuer irgendwie ganz besonders auf den Advent, die Zeit der Erwartung mit dem Gehen auf Weihnachten zu. Ich mag Bräuche, die gut tun. Manche tragen wir weiter, weil wir sie schon als Kinder erlebt haben und anderes haben wir neu für uns entdeckt. Es ist immer wieder auch ein bisschen schwierig Wege zu finden, die beide Herkunftsländer berücksichtigen und gleichzeitig nicht "aufgesetzt" wirken. Weihnachten gestalten wir ziemlich so wie es im Heimatland meines Mannes üblich ist - und in diesem Jahr freue ich mich besonders darauf, weil der Bruder meines Mannes mit seiner Familie (hoffentlich!) hier bei uns sein wird und wir gemeinsam feiern. Der Blick auf Weihnachten - ich mag ihn. Er gibt dem Advent Orientierung.


Dekoration gibt es nicht all zu viel bei uns. Der Adventkranz ist Mittelpunkt am Küchentisch. Jeden Morgen zünden wir die Kerze(n) an und sonntags (oder manchmal auch einfach so zwischendurch) setzen wir uns zusammen und singen Adventlieder. In diesem Jahr haben wir ein Begleitbuch vom Licht in der Laterne geschenkt bekommen (danke liebe S.!!!!) und so gibt es jeden Tag eine besondere Geschichte als Adventbegleitung. Zusätzlich zu unserem magnetischen Stern, den wir Jahr für Jahr hervorholen - unser Adventkalender. Die Kinder haben gemeinsam noch einen Adventkalender mit Bildchen (passenderweise mit Pferdemotiven *zwinker*) - das mit den gefüllten Adventkalendern haben wir aufgehört. 


Novemberfreude, die Vorfreude auf den Advent. Ich freue mich auf das Entzünden der Bienenwachskerzen, die ich mit den Kindern mit Klopapierrollenformen gegossen habe. Schön und regelmäßig ist was anderes - aber diese Kerzen sind einfach echt. Ich mag die kleinen Besonderheiten dieser Zeit. Sternefalten, Weihnachtswünsche schreiben, den Barbarazweig schneiden, der Besuch vom Nikolaus am Nikolausabend, Kekse- und Luciabrötchenbacken, das Vorbereiten von kleinen Geschenken für Weihnachten... ich freue mich darauf. Meine letzte Novemberfreude hier am Blog für dieses Jahr. Sie weist in den Advent. Ich freue mich auf ihn. 

Dienstag, 25. November 2014

novemberfreude: der allerallerallerwichtigste raum


Es gibt diese Momente, in denen ich am liebsten einen Haufen Geld hätte und einfach eine Firma beauftragen würde, das Haus zu renovieren (und wo wir dabei sind: den Stall gleich mit dazu) und auch einen Putztrupp hätte ich dann gerne. Zugegebenermaßen kamen mir solche Gedanken in den letzten Jahren immer wieder, aber kaum einmal so intensiv wie jetzt beim Umbau der Küche. Die Küche nämlich ist - so glaube ich mittlerweile - der allerallerallerwichtigste Raum in unserem Haus. Hier sammeln sich irgendwie immer alle. Ob es nun Essenszeit ist oder nicht. Denn irgendjemanden findet man immer in der Küche - oder einen Apfel, ein Glas Wasser und ja, auch Ruhe gelegentlich.


Nun - mittlerweile gibt es nur noch "Kleinigkeiten", die gemacht werden müssen. Die Sockelleisten unter den Küchenkästen zum Beispiel. Kleine Ausbesserungsarbeiten beim Fenster. Kürzen des Kabels bei der neuen Küchenlampe. Dinge, die jedes für sich eigentlich nicht so wahnsinnig viel Zeit benötigen, aber einfach ein bisschen Ruhe, Geduld und Motivation. Ich bin sehr glücklich mit unserem allerallerallerwichtigsten Raum - auch jetzt, wo noch so manches fehlt. Die Küche wirkt irgendwie "neu", aber eigentlich haben wir nur ein neues (viel größeres) Waschbecken, einen neuen Boden und neue Arbeitsplatten (die alten haben eine neue Verwendung bekommen). Die Kästen sind die "alten" und auch das ganze "Inventar" ist alt. Dementsprechend lädiert sieht auch so manches schon aus, die Kastentüren haben Zeichen der Zeit und auch unsere Mokka ist in die Jahre gekommen. Und doch ist es erstaunlich, welch Gefühl des Neubeginns aufkommt, wenn ich die Küche betrete. Die Kästen sind ganz anders angeordnet als vorher (es gibt eine Kücheninsel *jupiduu*) - und ja, der Raum ist einfach viel viel größer geworden (durch das Durchbrechen einer Wand). 



Es ist ungewohnt, wieder so manches in den Regalen suchen zu müssen oder eine Schublade nach der anderen zu öffnen, weil die Erinnerung fehlt, wo wohl etwas hingeräumt wurde. Die alte Küche, auch wenn sie schon viele Veränderungen erfahren hat in den letzten Jahren, war doch sehr vertraut. Ja, manches ist noch ziemlich provisorisch - aber mein Mann arbeitet dran. Mal mit interessierter Begleitung der Kinder, mal alleine werkelnd. Und manchmal mit mir gemeinsam, am Abend wenn alle Kinder schlafen. Es ist viel Arbeit - aber sehr beglückend. Und eigentlich ist es wunderbar, ja - eine Novemberfreude, den allerallerallerwichtigsten Raum selbst gestaltet zu haben. Denk- und Handarbeit darin gewirkt zu haben. 


Und weil geteilte Freude ja bekanntlich doppelte Freude ist, möchte ich einen kleinen Blick in die neue Wohnküche hier im Haus zeigen. So sieht's im Moment aus , wenn man bei der Kücheninsel steht (das Foto ist sehr spontan, wie man sieht - Bügeltisch vom Vorhängebügeln steht noch herum, am Esstisch liegt auch noch was - und auf den Kästen *tztztz*) - der Blick geht hinein ins Esszimmer (dort, wo früher unser Schulzimmer war - das ist jetzt am Dachboden)... und ja, ich zeig nochmal mehr, glaub ich, von unserer neuen Küche. Aber noch ist gar zu viel noch nicht fertig, das warte ich noch ab. Hoffentlich wird's noch eine Novemberfreude, unseren allerallerallerwichtigsten Raum fertig zu erleben. Wenn nicht, wird es sicher eine Sonntagsfreude ;-)

Samstag, 22. November 2014

sonntagsfreude


Ich bin müde. Die Woche war intensiv, voller Termine und in mancher Hinsicht eine große Herausforderung. Aber wir haben schon den Großteil unserer neugestalteten Wohnküche fertig (deshalb auch kein Post während der Woche, da hab ich statt am Computer in den neuen Räumen Zeit verbracht und gemalt, aus-/ein-/umgeräumt, schwere Kästen gehalten, damit mein Mann sie montieren konnte, ein paar Reihen Boden gelegt... und die Staub-/Holzsspäneschicht versucht in Grenzen zu halten im Rest des Hauses...) - meine Sonntagsfreude, dass es trotz allem immer wieder ganz wunderbare Momente mit meinen Kindern gab. Zum Geschichtenlesen (am Allerliebsten Schneeflocke von Bernadette, weil alle sehnsüchtig auf die Wiederkehr des Schnees warten) am Sofa, Ideensammeln für Weihnachtsgeschenke (bis zum ersten Adventsonntag müssen die Kinder eine Entscheidung getroffen haben, sofern sie Wünsche haben - denn das Geschenkthema soll nicht den ganzen Advent "durchziehen") und Vorfreude auf den Advent mit den kleinen und doch so besonderen Festen und Bräuchen dieser Zeit. Sonntagsfreude diese Momente mit den Kindern, in denen man sich von ihrer Vorfreude und Begeisterung anstecken lassen kann...




Sonntag, 16. November 2014

sonntagsfreude


Der Romantikfaktor ist sehr sehr sehr sehr sehr sehr begrenzt im Moment. Wir bauen die Küche um, haben einen Wand durchgebrochen, um sie zu vergrößern und eine Art Wohnküche entstehen zu lassen. Der Küchentisch ist voll mit allerhand Geschirr und Lebensmitteln und außerdem so umstellt von abgebauten Küchenmöbeln, dass es kein "normales" Essen geben kann. So gab es mittags Pizza, die wir aus dem Nachbardorf geholt haben und abends dann Jause, wie wir sie zum Wandern mitgenommen hätten. Den Kindern hat's Spaß gemacht auf der Stiege zu essen (mir weniger). Aber in all dem Staub, Lärm und der vielen Arbeit ist es doch unglaublich schöne Sonntagsfreude gemeinsam zu werkeln, kleine fleißige Gehilfen zu haben (zum Wischen und Saugen) und vor allem: endlich diese Baustelle angegangen zu sein. Sonntagsfreude auch, dass wir heute am Sonntag schon Mittagessen im neuen Bereich der Küche können, wo der Tisch und die Bänke schon ihren Platz gefunden haben :-)



Donnerstag, 13. November 2014

novemberfreuden: 1000 Geschenke


Vor einiger Zeit habe ich ein Buch geschenkt bekommen. Ich blätterte in es hinein, las ein paar Seiten, legte es wieder weg. Wollte es verschenken. Legte es wieder zur Seite. Und irgendwann war da das Gefühl: gib dem Buch noch eine Chance. Und auch, wenn das Buch mir in manchen Dingen ziemlich fremd ist und ich so manches nicht recht nachvollziehen kann, so vertraut ist es auch wieder. Und ich bin froh, es gelesen zu haben. Weil es etwas in mir bewegt hat. 1000 Geschenke. Jeden Tag wieder warten sie auf mich. Wenn ich offen bleibe. Und in kleinen Dingen dankbar bin. Besonders in all dem Leid, das ich bei meiner Arbeit erlebe, tut es gut den Blick für die 1000 Geschenke offen zu halten. Ich habe - ähnlich wie es im Buch beschrieben ist - begonnen ein kleines Buch zu führen, in dem ich die zumindest 1000 Geschenke, die ich als solche erlebe, aufzuschreiben. Es ist Novemberfreude offen zu sein für Geschenke. Und eines der Geschenke, die ich heute gesammelt habe, war der Blick auf meinen Blog und das Feststellen, dass das hier der 1000. Beitrag sein wird, wenn ich mich daran setze und einen tippe ...



Und hier ist er, mein tausendster Blogbeitrag. Ein merkwürdiges Gefühl. Eine Novemberfreude auch irgendwie. Ich weiß nicht, ob ich nochmal 1000 Blogbeiträge hier schreiben werde. Gerade ist Zeit, die ich in der virtuellen Welt verbringen kann ( und möchte), sehr reduziert. Ich möchte meine Familie ganz bewusst und mit voller Aufmerksamkeit erleben, genießen, begleiten - leben. Die Arbeit im Krankenhaus fordert mich sehr (und ich fühle mich sozusagen "angekommen" beruflich). Ich bin viel müder als in den Jahren zuvor (gedanklich vor allem). Wir haben viel Arbeit auf unserem Hof und das Renovieren im Haus erlebt Fortschritte. Wir bereiten uns und unser Haus darauf vor, dass wir meinen Papa zur Pflege zu uns holen können. Wir haben Besuch und dann sind wir wieder ganz "unter uns". Wir sind manchmal voller Tatendrang und sehr glücklich - und manchmal auch einfach nur müde, gereizt und ungeduldig. Und doch- in allem lassen sich kleine Geschenke finden. Manchmal fällt es leicht, sie zu erkennen und manches Mal bleibt mein (gedankliches und reales) Notizbuch für eine Weile leer, weil mir nicht recht was bewusst ist, was ich jetzt da hineinschreiben könnte. Heute war der Tag voller wunderbarer kleiner Geschenke, für die ich unglaublich dankbar bin. Und jetzt gerade habe ich eines hinzugefügt: den 1000. Beitrag am kreativberg schreiben. Aber eigentlich ist es nicht so sehr dieser tausendste Beitrag, sondern generell. Ich mag meinen Platz hier. Auch wenn er in letzter Zeit ziemlich in den Hintergrund meiner Aufmerksamkeit gerückt ist. Aber er ist da, dieser Platz am kreativberg Und ich freue mich über Begleiter auf meinem Weg. Novemberfreude und Geschenk, dass ihr da sein. Danke von Herzen dafür!





Sonntag, 9. November 2014

sonntagsfreude


Einparken mit einem großen Auto ist eine ziemlich schwierige Angelegenheit. Vor allem in der Stadt - und ganz besonders auf dem Parkplatz beim Krankenhaus in dem ich arbeite. In den ersten Wochen kam ich immer mal wieder in Not, weil ich bei eng (nicht ganz korrekt) parkenden Autos nicht vorbeifahren konnte oder zwar äußerst kreativ versuchte in eine Parklücke hinein zu kommen, aber es irgendwie nicht schaffte. Eine ganze Reihe Begegnungen auf dem Parkplatz waren da Sonntagsfreude. Hilfsbereite Männer, die mir das Auto (ganz elegant) einparkten oder Menschen, die mich lotsten durch enge Park"gassen". Unglaublich viel Hilfsbereitschaft kam mir da entgegen. Mittlerweile bin ich sicherer geworden, wage mehr und kenne wohl auch das Auto besser - ich bin schon ziemlich gut im Einparken unseres großen Autos geworden. Sonntagsfreude das zu erleben (ich hatte gedacht, ich würde das niemals lernen...). Und so richtig bewusst ist mir das geworden, als ich eines Abends mit Mann und ältester Tochter am Küchentisch das Spiel Rush Hour spielte. Denn im Vergleich dazu (nämlich so richtig eingeparkt zu werden und erst mal alle anderen Autos umschieben, um selbst einen freien Weg zu haben) ist das, was ich während der Woche jeden Tag schaffen muss (nämlich das Auto in eine ziemlich normale Parklücke manövrieren) fast schon ein Vergnügen. Sonntagsfreude nämlich :-)



Donnerstag, 6. November 2014

novemberfreude: martinslicht

  



Wenn ich meinen Kindern zusehe, wie sie Farben verschwimmen lassen, dicke Pinselstriche auf Papier bringen oder auch mal Motive malen... dann habe ich den Eindruck, dass sie einfach ganz im Moment leben. Pinsel, Papier, Wasserfarben... das ist das, was zählt. Manchmal werden aus den bunt bemalten Blättern Papiertüten oder Geschenkspapier, manchmal werden sie aufgehängt und manchmal liegen sie auch auf einem Stapel dann und warten auf weitere Verwendung (als Hintergrund für ein Bild, das dann mit Wachskreiden oder Buntstiften auf die getrocknete Wasserfarbenlandschaft gemalt wird zum Beispiel). Und manchmal... - um genau zu sein: zum ersten Mal - werden Laternen daraus.



Die Anleitung habe ich hier bei jademond gefunden, allerdings haben wir sie nicht so ganz korrekt nachgefaltet. Das Ziel war, dass unser großes Mädchen möglichst alleine falten kann und so wurden die Laternen dann ziemlich "eckig" - aber trotzdem wunderschön :-)



Vier Laternen werden mit einer Halteschnur und einem Licht versehen. Am nächsten Dienstag beim Martinsumzug und der Martinsfeier in der Kirche werden sie in der Dunkelheit leuchten. Darauf freuen sich die Kinder sehr. Sie singen die Lieder, die im Kinderchor geprobt werden und blättern immer wieder in unseren Büchern über den Heiligen Martin. Manch eine Laterne wird noch weitergeben als kleines leuchtendes Geschenk am Martinstag und eine Laterne leuchtet auch auf unserem Küchentisch und verbreitet ihr sanftes Licht. Die Farben erinnern mich irgendwie an die sanften Bilder aus dem Buch Schuster Martin, das ich in diesem Jahr zum ersten Mal nicht selber vorlese, sondern zuhören darf, wenn unser großes Mädchen liest.


Novemberfreude, das Martinslicht - das Malen, Falten, Kleben, Ölen, Trocknenlassen am Fensterbrett... und ganz besonders auch das Zusammensitzen am Küchentisch und ins Licht schauen, den Worten der Ältesten lauschen, wenn sie vorliest... oder einfach nur dem Rauschen des Regens draußen in der Dunkelheit lauschen und uns an der Wärme hier drin erfreuen. Novemberfreude.