Freitag, 16. Februar 2018

rezepte: Bauernpommes




Die Kartoffelernte war bislang immer sehr erfreulich - das einzige Lebensmittel, das bis weit ins Frühjahr hinein reicht zur Selbstversorgung. Kartoffeln sind ziemlich viel Arbeit bei der Ernte, aber für eine große Familie wirklich unglaublich wertvoll. Im Erdkeller gelagert (in Holzkisten) können wir immer wieder die Menge holen, die wir gerade für eine Mahlzeit brauchen: üblicherweise Kräuterkartoffel, Blechkartoffel, Püree oder ähnliches. Ab und an (sehr selten) gibt es aber auch unsere Bauernpommes. Nachdem wir fast nie etwas frittieren, haben wir bewusst keine Fritteuse (auch wenn diese natürlich viel weniger Fett in Anspruch nehmen würde) - aber für die seltenen Male, in denen wir doch etwas in Fett herausbacken, haben wir einen Emailletopf mit Gittereinsatz. Den Topf haben wir sehr häufig im Einsatz auch sonst zum Kochen, den Gittereinsatz eher weniger. Die Bauernpommes sind ein kleines Familien-Kochprojekt: die Kinder helfen beim Schälen und Schneiden, das doch recht "spritzige" Backen übernehmen dann die Erwachsenen. In jedem Fall - vielleicht auch gerade wegen des etwas höheren Zeitaufwandes - etwas ganz Besonderes :-)

Tipps:
Pommes-Schneider verwenden (wir haben einen aus Edelstahl, ähnlich diesem hier)
Topf mit Gittereinsatz verwenden (wir haben einen aus Emaille, der Topf ist auch sonst recht praktisch - z.B. zum Kompott-Kochen)
Pommes im Backrohr warm halten oder nur als kleine Beilage einplanen (im Topf können nicht gerade große Mengen zubereitet werden)


Donnerstag, 15. Februar 2018

gartenjahr: februar 2018


Nach dem letzten Jahr voller Herbstfrühlinggemisch statt Winter ist es irgendwie ungewohnt, dass es tatsächlich Winter ist. Mitte Februar ist alles immer noch (und immer wieder neu) tief verschneit, an Gartenarbeit wagt man gar nicht zu denken. Stattdessen staunen wir immer wieder über die kleinen Gäste, die sich dort tummeln: ein kleines Hermelin schaut jeden Tag hier vorbei und scheint sich Gänge durch den tiefen Schnee zu graben (leider ist es so schnell, dass noch nie ein Foto gelungen ist). Die Kinder spielen viel im Schnee, aber derzeit ist er schwer und nass, sodass das Schlitten- und Bobfahren nicht wirklich Spaß macht und Schneefiguren und Iglus sind nun auch schon genug gebaut. Die Kleidung ist ziemlich schnell nass und bald werden wir wohl von den Schianzügen zu den gefütterten Matschhosen (die besten finde ich sind diese hier) übergehen, irgendwie fühlt sich das an wie ein kleiner Schritt in Richtung Wärme und Schneeschmelze... ein Strauß bunter Tulpen am Fenster, den ein Besuch mitgebracht hat, erinnert daran: irgendwann wird es auch hier wieder blühen... und so kam es gerade gut, dass Post von Arche Noah hier hereinflatterte und daran erinnerte, schon an Jungpflanzen und Saatgut zu denken... nachdem erst Ende April/Anfang Mai die Pflänzchen geliefert werden, passt das auch für uns gut. Und das Saatgut, das früher kommt, lässt sich dann ganz individuell für Glashaus, Frühbeet oder zum Vorziehen verwenden. noch nicht mal Frühling - und doch ganz viel Vorfreude tief drin :-)


Samstag, 3. Februar 2018

am feld: heu im winter




Überall liegt Schnee. Tiefer Winter ringsum. Über Nacht kommen beachtliche Mengen Neuschnee dazu. Die Tiere hätten die Möglichkeit hinaus zu gehen in den Schnee, aber sie schnappen nur kurz frische Luft und kommen dann schnell wieder zurück in den Stall. Zu fressen würden sie ohnehin nichts finden draußen. Außer die Hühner am Komposthaufen. Immer wieder wagen sie sich kurz hinaus, um nach etwas Gutem zu scharren. Alle anderen Tiere sind glücklich über das, was im Sommer auf den Feldern gewachsen ist und nach dem Mähen und Trocknen in der warmen Sommersonne hinein in die Scheune gebracht wurde: Heu.




Es wird immer weniger, aber noch ist gutes Futter da. Die Tiere warten morgens und abends auf den Duft und das Rascheln des Heus, wenn es oben von der Scheune hinunter in den Stall geworfen wird und dann am Futtertisch landet. Die kleinen Lämmchen versuchen immer mal wieder an einem Halm zu knabbern, noch sind sie aber vor allem an der Milch des Mutterschafs interessiert. Der Duft erinnert an den Sommer und es ist kaum vorstellbar, dass hier wieder alles grünen und wachsen wird. Genauso gut tut es dann in der Sommerhitze an den Winter zu denken, sich zu erinnern wie wichtig ausreichend Heu ist. Denn es ist ganz schön anstrengend, das Heuen - vor allem auf den steilen Feldern. Aber jetzt im Winter erscheint das alles noch weit entfernt...


Jeder Gang hinüber in den Stall, hinauf in die Scheune, hin zu den Tieren braucht Zeit. Wertvolle Momente, in denen tief im Inneren immer wieder neu spürbar wird, wie wichtig es ist Sinn in dem zu finden, was man tut. Nicht nur im Sinne dessen, dass man im Winter besonders gut spürt, wie sinnvoll es ist, sich gut um das Heu im Sommer zu kümmern. Es tut gut, wenn - bei aller Anstrengung - man gerne tut, was man tut.



Montag, 29. Januar 2018

rezepte: joghurt selbstgemacht


So richtig ist es ja nicht Selbstversorgung, zumal wir hier am Hof keine eigene Kuhmilch haben, sondern sie bei einem Biobauern in der Nähe kaufen. Aber: wir brauchen so keine Milch, keine Sahne und auch kein Joghurt mehr im Geschäft zu kaufen - und es fühlt sich, weil die Milch ja auch ein wenig weiterverarbeitet wird, doch sehr nach Selbstversorgung an. Vor allem Joghurt ist etwas sehr Kostbares - die Kinder mögen es gerne und essen es nach eigenen Belieben: pur, mit Obst, Marmelade oder Müsli darin. Jeder wie ihm beliebt. Mittlerweile machen wir zwei Mal pro Woche unser eigenes Joghurt und nach ein wenig Experimentieren, um einen nicht zu säuerlichen, aber auch nicht zu milden Geschmack zu haben, sind wir jetzt sehr glücklich mit unserem selbstgemachten Joghurt. Letztlich ist  es ja ziemlich einfach - jedenfalls mit einem Joghurtzubereiter, wie wir ihn nach längerem Überlegen (nachdem es ohne nicht so recht geklappt hat), besorgt haben:

  • Milch erwärmen (wir machen es meist mit einem Liter)
  • abkühlen auf etwas mehr als 40°C
  • mit Bakterien "impfen" (oder mit Joghurt - bei uns hat sich das mit den Bakterien aber bewährt - sobald man einmal den richtigen "Geschmack" erreicht hat, kann man dann mit dem selbstgemachten Joghurt weiter"impfen") - d.h. mit einem Schneebesen einrühren
  • nach Wunsch (milder oder säuerlicher Geschmack) warmhalten (z.B. 6 Stunden)
  • dann im Kühlschrank fest werden lassen
  • genießen


Tipps:
experimentieren mit kleineren Mengen, um herauszufinden, wie es am besten schmeckt
Joghurtzubereiter verwenden (wir verwenden diesen hier - Joghurtgläser sind genügend dabei!)
Joghurtferment (wir haben gute Erfahrungen damit)



Samstag, 20. Januar 2018

gartenjahr: Januar 2018


Neues Jahr, neue Perspektive. Alles ist schneebedeckt. Wir genießen einen "richtigen" Winter. Am späten Vormittag kommt die Sonne und bleibt bis zum frühen Nachmittag. Die wenigen Sonnenstunden werden genutzt zum Schlittenfahren, Spielen im Schnee und für Arbeiten draußen im Freien. Im Garten selbst geschieht eigentlich nichts. Nicht mal gelesen wird zum Thema Garten. Die Erfahrungswerte der vergangenen Jahre sind notiert, auch der Bedarf an Saatgut und/oder Jungpflänzchen. Aber vor Mai kann ohnehin nicht viel im Garten gepflanzt werden, d.h. frühestens im April beginnt konkrete Arbeit rund um den Garten, ein bisschen früher im Glashaus - je nach Wetterlage. Einstweilen genießen wir, was wir im letzten Jahr geerntet haben und sind dankbar für die zuerst so übermäßig groß erscheinenden Mengen, die wir im Sommer und Herbst verarbeitet haben - jetzt im Januar merkt man schon, wie so manches Eingekochte oder Eingefrorene weniger wird oder gar nur noch ein Mal genossen werden kann. Ein bisschen Vorfreude spüre ich, wenn ich an die vielen Frühblüher denke, die da in der Erde schlummern. Aber im Moment bin ich sehr dankbar für den gut sicht- und spürbaren Winter - irgendwie beruhigt es mich, dass da doch noch eine gute Schneedecke möglich ist bei uns. Das letzte Winter war doch irgendwie erschreckend mit den wenigen Niederschlägen in den eigentlich kalten und schneereichen Wintermonaten. Ich bin gespannt, wie der Februar dann sein wird.

Donnerstag, 11. Januar 2018

bienen: im winter


Im Winter gibt es nichts Besonderes bei den Bienen zu tun. Aber wir sind dankbar für diesen Winter mit Kälte und reichlich Schnee. So verhalten sich die Bienen wie im Winter (d.h. sie bilden eine Traube und wärmen sich gegenseitig - und die Königin legt keine Eier) ohne Irritation durch frühlingshafte Temperaturen zu ungewohnter Zeit. Es wird noch etliche Monate dauern, aber doch hoffen wir auf ein gutes Bienenjahr mit viel Honig. Die Kinder werden jedes sein eigenes kleines Volk bekommen und auch sonst muss einiges jetzt in den kalten Monaten vorbereitet, repariert und geplant werden. Und wir hoffen, dass alle Völker den Winter gut überstehen. In den Weihnachtsferien haben die Kinder unsere sämtlichen Imker- und Bienenbücher durchgeblättert und ein wenig in ihnen gelesen. Ganz besonders freuen sie sich aber wohl darauf, dass jeder seine eigenen Beuten bemalen darf (wie und womit wird sich vermutlich irgendwann mal auch hier am Blog finden).

Wer sich für die Thematik interessiert: Bienen naturgemäß halten gibt Einblick in die biologische Bienenhaltung, Das Imkerbuch für Kids ist ein schöner Begleiter für junge Imker/innen und Bei den Bienen ist für mich eines der schönsten und interessantesten Kinderbücher zu diesem Thema (es gibt noch weitere aus dieser Reihe zu den unterschiedlichsten Natur-Themen, die ich allesamt sehr empfehlenswert finde, z.B. Vom Leben in der Erde )

Montag, 8. Januar 2018

hühner: habichtbesuch


Ein junger, ziemlich hungriger Habicht hat sich eingefunden im Auslauf der Hühner. Wie auch immer er hineingekommen ist - das ist uns ein Rätsel. Während die Hühner draußen rund um den Stall oder innen drin zu finden waren, saß der Greifvogel im Freibereich drin und fand nicht mehr heraus. Nachdem wir schon jahrelang unsere (leidige) Erfahrung mit Greifvögeln gemacht haben, vor allem im Frühling und Herbst, wenn sich die Hühner weiter auf die Felder hinauswagen - war es doch etwas ganz Besonderes, ein solches Tier mal längere Zeit aus der Nähe beobachten zu können - ohne großen Schaden (noch) bei den Hühnern. Ein wunderschönes Federkleid, beeindruckende Krallen und unglaubliche Augen - nicht nur die Kinder waren begeistert von unserem Besucher. Ein wenig rätselten wir, was wir mit unserem Besucher machen sollten: füttern (damit er satt ist und unsere Hühner in Ruhe lässt), einen Jäger holen, freilassen, noch ein wenig behalten? Ein Glück, dass ein Freund in der Nähe Spezialist für Greifvögel ist und uns einen Tipp gab: Decke rüberwerfen und ganz vorsichtig aus dem Gehege heraustragen und dann frei lassen. Vermutlich kommt er (oder ein anderer) wieder - aber auch wenn es ärgerlich ist, wenn unsere Hühner das Opfer sind: irgendwie hat diese so nahe Begegnung etwas in uns geändert, noch nie zuvor hatten wir die Möglichkeit gehabt, so lange und ausgiebig diesen Greifvogel zu betrachten. "Es ist halt viel Schnee und er findet sonst nix" - die Erklärung der Kinder sagt alles - die Natur hat ihre eigenen Gesetze. Nicht immer einfach.