Samstag, 22. November 2014

sonntagsfreude


Ich bin müde. Die Woche war intensiv, voller Termine und in mancher Hinsicht eine große Herausforderung. Aber wir haben schon den Großteil unserer neugestalteten Wohnküche fertig (deshalb auch kein Post während der Woche, da hab ich statt am Computer in den neuen Räumen Zeit verbracht und gemalt, aus-/ein-/umgeräumt, schwere Kästen gehalten, damit mein Mann sie montieren konnte, ein paar Reihen Boden gelegt... und die Staub-/Holzsspäneschicht versucht in Grenzen zu halten im Rest des Hauses...) - meine Sonntagsfreude, dass es trotz allem immer wieder ganz wunderbare Momente mit meinen Kindern gab. Zum Geschichtenlesen (am Allerliebsten Schneeflocke von Bernadette, weil alle sehnsüchtig auf die Wiederkehr des Schnees warten) am Sofa, Ideensammeln für Weihnachtsgeschenke (bis zum ersten Adventsonntag müssen die Kinder eine Entscheidung getroffen haben, sofern sie Wünsche haben - denn das Geschenkthema soll nicht den ganzen Advent "durchziehen") und Vorfreude auf den Advent mit den kleinen und doch so besonderen Festen und Bräuchen dieser Zeit. Sonntagsfreude diese Momente mit den Kindern, in denen man sich von ihrer Vorfreude und Begeisterung anstecken lassen kann...




Sonntag, 16. November 2014

sonntagsfreude


Der Romantikfaktor ist sehr sehr sehr sehr sehr sehr begrenzt im Moment. Wir bauen die Küche um, haben einen Wand durchgebrochen, um sie zu vergrößern und eine Art Wohnküche entstehen zu lassen. Der Küchentisch ist voll mit allerhand Geschirr und Lebensmitteln und außerdem so umstellt von abgebauten Küchenmöbeln, dass es kein "normales" Essen geben kann. So gab es mittags Pizza, die wir aus dem Nachbardorf geholt haben und abends dann Jause, wie wir sie zum Wandern mitgenommen hätten. Den Kindern hat's Spaß gemacht auf der Stiege zu essen (mir weniger). Aber in all dem Staub, Lärm und der vielen Arbeit ist es doch unglaublich schöne Sonntagsfreude gemeinsam zu werkeln, kleine fleißige Gehilfen zu haben (zum Wischen und Saugen) und vor allem: endlich diese Baustelle angegangen zu sein. Sonntagsfreude auch, dass wir heute am Sonntag schon Mittagessen im neuen Bereich der Küche können, wo der Tisch und die Bänke schon ihren Platz gefunden haben :-)



Donnerstag, 13. November 2014

novemberfreuden: 1000 Geschenke


Vor einiger Zeit habe ich ein Buch geschenkt bekommen. Ich blätterte in es hinein, las ein paar Seiten, legte es wieder weg. Wollte es verschenken. Legte es wieder zur Seite. Und irgendwann war da das Gefühl: gib dem Buch noch eine Chance. Und auch, wenn das Buch mir in manchen Dingen ziemlich fremd ist und ich so manches nicht recht nachvollziehen kann, so vertraut ist es auch wieder. Und ich bin froh, es gelesen zu haben. Weil es etwas in mir bewegt hat. 1000 Geschenke. Jeden Tag wieder warten sie auf mich. Wenn ich offen bleibe. Und in kleinen Dingen dankbar bin. Besonders in all dem Leid, das ich bei meiner Arbeit erlebe, tut es gut den Blick für die 1000 Geschenke offen zu halten. Ich habe - ähnlich wie es im Buch beschrieben ist - begonnen ein kleines Buch zu führen, in dem ich die zumindest 1000 Geschenke, die ich als solche erlebe, aufzuschreiben. Es ist Novemberfreude offen zu sein für Geschenke. Und eines der Geschenke, die ich heute gesammelt habe, war der Blick auf meinen Blog und das Feststellen, dass das hier der 1000. Beitrag sein wird, wenn ich mich daran setze und einen tippe ...



Und hier ist er, mein tausendster Blogbeitrag. Ein merkwürdiges Gefühl. Eine Novemberfreude auch irgendwie. Ich weiß nicht, ob ich nochmal 1000 Blogbeiträge hier schreiben werde. Gerade ist Zeit, die ich in der virtuellen Welt verbringen kann ( und möchte), sehr reduziert. Ich möchte meine Familie ganz bewusst und mit voller Aufmerksamkeit erleben, genießen, begleiten - leben. Die Arbeit im Krankenhaus fordert mich sehr (und ich fühle mich sozusagen "angekommen" beruflich). Ich bin viel müder als in den Jahren zuvor (gedanklich vor allem). Wir haben viel Arbeit auf unserem Hof und das Renovieren im Haus erlebt Fortschritte. Wir bereiten uns und unser Haus darauf vor, dass wir meinen Papa zur Pflege zu uns holen können. Wir haben Besuch und dann sind wir wieder ganz "unter uns". Wir sind manchmal voller Tatendrang und sehr glücklich - und manchmal auch einfach nur müde, gereizt und ungeduldig. Und doch- in allem lassen sich kleine Geschenke finden. Manchmal fällt es leicht, sie zu erkennen und manches Mal bleibt mein (gedankliches und reales) Notizbuch für eine Weile leer, weil mir nicht recht was bewusst ist, was ich jetzt da hineinschreiben könnte. Heute war der Tag voller wunderbarer kleiner Geschenke, für die ich unglaublich dankbar bin. Und jetzt gerade habe ich eines hinzugefügt: den 1000. Beitrag am kreativberg schreiben. Aber eigentlich ist es nicht so sehr dieser tausendste Beitrag, sondern generell. Ich mag meinen Platz hier. Auch wenn er in letzter Zeit ziemlich in den Hintergrund meiner Aufmerksamkeit gerückt ist. Aber er ist da, dieser Platz am kreativberg Und ich freue mich über Begleiter auf meinem Weg. Novemberfreude und Geschenk, dass ihr da sein. Danke von Herzen dafür!





Sonntag, 9. November 2014

sonntagsfreude


Einparken mit einem großen Auto ist eine ziemlich schwierige Angelegenheit. Vor allem in der Stadt - und ganz besonders auf dem Parkplatz beim Krankenhaus in dem ich arbeite. In den ersten Wochen kam ich immer mal wieder in Not, weil ich bei eng (nicht ganz korrekt) parkenden Autos nicht vorbeifahren konnte oder zwar äußerst kreativ versuchte in eine Parklücke hinein zu kommen, aber es irgendwie nicht schaffte. Eine ganze Reihe Begegnungen auf dem Parkplatz waren da Sonntagsfreude. Hilfsbereite Männer, die mir das Auto (ganz elegant) einparkten oder Menschen, die mich lotsten durch enge Park"gassen". Unglaublich viel Hilfsbereitschaft kam mir da entgegen. Mittlerweile bin ich sicherer geworden, wage mehr und kenne wohl auch das Auto besser - ich bin schon ziemlich gut im Einparken unseres großen Autos geworden. Sonntagsfreude das zu erleben (ich hatte gedacht, ich würde das niemals lernen...). Und so richtig bewusst ist mir das geworden, als ich eines Abends mit Mann und ältester Tochter am Küchentisch das Spiel Rush Hour spielte. Denn im Vergleich dazu (nämlich so richtig eingeparkt zu werden und erst mal alle anderen Autos umschieben, um selbst einen freien Weg zu haben) ist das, was ich während der Woche jeden Tag schaffen muss (nämlich das Auto in eine ziemlich normale Parklücke manövrieren) fast schon ein Vergnügen. Sonntagsfreude nämlich :-)



Donnerstag, 6. November 2014

novemberfreude: martinslicht

  



Wenn ich meinen Kindern zusehe, wie sie Farben verschwimmen lassen, dicke Pinselstriche auf Papier bringen oder auch mal Motive malen... dann habe ich den Eindruck, dass sie einfach ganz im Moment leben. Pinsel, Papier, Wasserfarben... das ist das, was zählt. Manchmal werden aus den bunt bemalten Blättern Papiertüten oder Geschenkspapier, manchmal werden sie aufgehängt und manchmal liegen sie auch auf einem Stapel dann und warten auf weitere Verwendung (als Hintergrund für ein Bild, das dann mit Wachskreiden oder Buntstiften auf die getrocknete Wasserfarbenlandschaft gemalt wird zum Beispiel). Und manchmal... - um genau zu sein: zum ersten Mal - werden Laternen daraus.



Die Anleitung habe ich hier bei jademond gefunden, allerdings haben wir sie nicht so ganz korrekt nachgefaltet. Das Ziel war, dass unser großes Mädchen möglichst alleine falten kann und so wurden die Laternen dann ziemlich "eckig" - aber trotzdem wunderschön :-)



Vier Laternen werden mit einer Halteschnur und einem Licht versehen. Am nächsten Dienstag beim Martinsumzug und der Martinsfeier in der Kirche werden sie in der Dunkelheit leuchten. Darauf freuen sich die Kinder sehr. Sie singen die Lieder, die im Kinderchor geprobt werden und blättern immer wieder in unseren Büchern über den Heiligen Martin. Manch eine Laterne wird noch weitergeben als kleines leuchtendes Geschenk am Martinstag und eine Laterne leuchtet auch auf unserem Küchentisch und verbreitet ihr sanftes Licht. Die Farben erinnern mich irgendwie an die sanften Bilder aus dem Buch Schuster Martin, das ich in diesem Jahr zum ersten Mal nicht selber vorlese, sondern zuhören darf, wenn unser großes Mädchen liest.


Novemberfreude, das Martinslicht - das Malen, Falten, Kleben, Ölen, Trocknenlassen am Fensterbrett... und ganz besonders auch das Zusammensitzen am Küchentisch und ins Licht schauen, den Worten der Ältesten lauschen, wenn sie vorliest... oder einfach nur dem Rauschen des Regens draußen in der Dunkelheit lauschen und uns an der Wärme hier drin erfreuen. Novemberfreude.

Sonntag, 2. November 2014

novemberfreuden-sonntagsfreude



 
Wir renovieren unser Haus mehr oder weniger komplett selbst - wobei wir renovieren eher bedeutet, dass die Hauptarbeit bei meinem Mann liegt und ich nur ein bisschen helfe, Sachen besorge oder die Kinder von der Baustelle fernhalte *zwinker*...  das geht sehr langsam voran. Sehr sehr langsam. Und irgendwie ging mit den Jahren auch ein bisschen der Spaß an der ganzen Sache verloren, ein wenig jedenfalls. Irgendwie tat (und tut immer noch) sich etwas Neues auf, noch bevor man mit dem aktuellen Projekt fertig war. Und der Blick auf Freunde, die neue Häuser bauten und einfach nur ein bisschen mitarbeiteten dabei, ließ auch das Gefühl aufkommen, dass es bei uns niemals fertig werden würde. *seufz*
Jedenfalls ruhten unsere Baustellen im Haus jetzt eine Weile. Es gab draußen viel zu tun - und ja, Lust hatten wir auch keine weiterzumachen. Mit dem Blick auf den November änderte sich auf einmal etwas, einfach so. Sonntagsfreude dieser Motivationsschub, jetzt mal endlich weiter zu machen. Nach etlichen Monaten Pause macht es jetzt sogar richtig Spaß. Und die Abende, an denen mein Mann und ich gemeinsam am Dachboden werkeln, während die Kinder schlafen sind kostbar, schön, anstrengend auch und irgendwie lustig... es geht schneller voran zu zweit - und dieses gemeinsam Werkeln tut gut. Und es erinnert ein bisschen an das erste Jahr hier oben, als wir begannen mit dem Renovieren und so voller Tatendrang und Begeisterung waren. Irgendwie fühlen wir uns wieder richtig jung :-)




Donnerstag, 30. Oktober 2014

novemberfreuden-gedanken


Bald ist November. Die Zeit des Übergangs von golden schimmerndem Herbst zu frostigen Nächten mit langen, kalten und eisigen Morgennebeln. Die letzten Tage waren fordernd. So voller Gegensätze. Ein wenig wie die Natur. Es gab wunderbare sonnendurchflutete Stunden mit den Kindern, wärmende Abende mit Nüsseknacken und Glühwein bei langen Gesprächen mit meinem Mann, aber auch lustigen Begebenheiten bei der Arbeit. Viel mehr aber gab es immer wieder eisige, frostige und auch ein wenig angstmachende Momente. Vor allem bei der Arbeit. Es waren zwar immer Momente, in denen ich fühlte, wie wichtig es war da zu sein, aber gleichzeitig habe ich Bilder in meinen Lebenserfahrungen erhalten, die mich prägen. So friedvoll, erlösend und gut das Sterben sein kann, so ... schwer kann es aber genauso sein. Angstbesetzt. Voller erschreckender Vorstellungen und ungelöster Konflikte. Wenn ich Menschen in diesen dunklen Stunden begleite, fühle ich, wie wohltuend (auch mir!!) das sanfte Flackern einer Kerze tun kann. Wie viel Halt es geben kann, sich getragen zu wissen - auch wenn man es im Moment nicht so wahrnehmen kann - und wie wunderbar es ist, vertraute Lieder und Worte miteinander teilen zu können. Von leidgeprüften Menschen kann man vieles lernen. Demut. Dankbarkeit. Glauben. Vertrauen. In diesen Tagen vor Allerheiligen sind viele Menschen, die ich begleite, in einer Zeit des Übergangs. Und so frostig, nebelverhangen und unklar es scheint - so viel Wärme, Licht und goldener Schimmer von Unfassbarem ist spürbar.



Auch wenn mein Leben zu Hause ein krasser Gegensatz zu dem Erleben bei der Arbeit scheint - eigentlich verbindet es vieles. Es lässt mich mit anderen Augen ankommen in meinem Zuhause. Ich spüre, wie wichtig es ist, das Leben zu leben. Im Gespräch zu sein und zu bleiben. Freude zu teilen, Gutes zu tun (auch mir selber), Bedürfnisse von anderen ernst nehmen, Konflikte in Diskussion und Austausch münden zu lassen, Ärger auszusprechen und nicht hinein zu schlucken. Über das zu sprechen, was im Moment wichtig ist. Wenn es die Fragen der Tochter zu meiner Arbeit sind und was ich da genau mache, dann ist das im Moment wichtig. Wenn das die Frage ist, ob unser neuer Holzofen in der Küche weiß, rot oder grau sein soll. Dann ist das im Moment wichtig. Und wenn es das Suchen nach Ideen ist, wie man unserem Jüngsten das Baden/Duschen/Waschen - Körperpflege generell - schmackhaft machen kann. Dann ist auch das im Moment wichtig. Das ist etwas, das ich irgendwie neu zu lernen scheine. Dieses bewusste Leben. Ich habe nur dieses eine kostbare und so zerbrechliche Leben. Genauso wie mein Mann, meine Kinder, meine Eltern, meine Freunde. Jede und jeder. Ich möchte nicht nebenbei erleben.  Der Philosoph Martin Buber sagte einmal: Alles wirkliche Leben ist Begegnung. Diesem Gedanken möchte ich Raum geben, ihm nachspüren. Auch ein bisschen hier am Blog. In meinen Novemberfreuden, die ich wieder sammeln möchte in diesem Jahr.